Japanische Grüntees – Kabusecha, Gyokuro und Matcha im Überblick

Japanische Grüntees – Kabusecha, Gyokuro und Matcha im Überblick Noema

Japanischer Grüntee ist für viele der Moment, in dem Tee plötzlich Tiefe bekommt: ein leuchtendes Blatt, weiche Umami-Noten, klare Energie statt Nervosität. Und gleichzeitig wirkt die Vielfalt schnell kompliziert – Sencha, Kabusecha, Gyokuro, Matcha, Karigane.

Dieser Guide ordnet das für dich:

Was macht japanischen Grüntee aus, wie unterscheiden sich Kabusecha, Gyokuro und Matcha – und welcher Stil passt zu deinem Alltag?

 

WAS MACHT JAPANISCHEN GRÜNTEE BESONDERS?

Im Vergleich zu vielen chinesischen Grüntees werden japanische Grüntees nicht in der Pfanne erhitzt, sondern gedämpft.

Das hat zwei Effekte:

  • Mehr Umami & Süße – Aminosäuren wie L-Theanin bleiben erhalten.

  • Frischere Aromatik – oft erinnert der Duft an junges Grün, Algen, Frühlingswiese.

Dazu kommt der Schattenanbau:

Je stärker und länger die Teesträucher beschattet werden, desto mehr Umami, Tiefe und „ruhige“ Süße zeigt die Tasse – bei weniger rauer Bitterkeit.

Ganz grob sieht die Skala so aus:

  • Sencha – unbeschattet, frisch, klar, manchmal mit feiner Herbe

  • Kabusecha – halbbeschattet, weicher, süßer, mehr Umami

  • Gyokuro – stark beschattet, sehr umamireich, konzentriert

  • Matcha – beschatteter Tee (Tencha), zu Pulver vermahlen

 

Bei NOEMA findest du drei japanische Grüntees, die diese Bandbreite gut abbilden:

Kabusecha Miyazaki, Gyokuro Karigane und Matcha Ujicha.


KABUSECHA MIYAZAKI - HALBSCHATTEN ZWISCHEN SENCHA UND GYOKURO 

Kabusecha bedeutet wörtlich „bedeckter Tee“. Kurz vor der Ernte werden die Sträucher mit Netzen beschattet. Nicht komplett dunkel wie beim Gyokuro, aber deutlich weniger Licht als bei Sencha.

Was du in der Tasse schmeckst:

  • feines Umami, aber leichter als Gyokuro

  • Frühlingsfrische und eine klare Grüntee-Linie

  • weiche, ruhige Süße, kaum Bitterkeit

Kabusecha Miyazaki stammt von Kyūshū und kombiniert die Kultivare Yabukita & Asanoka. Das Ergebnis: ein Grüntee mit leuchtender Tasse, samtigem Mundgefühl und sehr sauberem Nachklang – ideal, wenn du japanischen Grüntee mit Tiefe suchst, aber keine „schwere“ Umami-Wand.

Zubereitung als Ausgangspunkt:

  • 2 g auf 200 ml

  • 60–70 °C, 1–2 Minuten

  • 2–3 Aufgüsse

Je kühler das Wasser, desto süßer und weicher wirkt Kabusecha. Mit etwas höherer Temperatur bekommst du mehr Struktur und Grip.

Wenn du Kabusecha kennenlernen möchtest: Kabusecha Miyazaki findest du bei NOEMA als losen japanischen Grüntee, beschattet und sorgfältig verarbeitet.

 

GYOKURO KARIGANE - SÜßES UMAMI, DAS MILD BLEIBT

Gyokuro ist der Klassiker unter den beschatteten Grüntees: Die Sträucher stehen meist über 20 Tage unter nahezu vollständiger Beschattung. Das macht die Tasse:

  • extrem umamireich,

  • weich,

  • mit deutlich reduzierter Herbe.

Karigane bezeichnet Stängel- und Blattadern-Fraktionen aus der Gyokuro-Produktion. Beim Gyokuro Karigane von NOEMA stammen diese Stängel aus Saemidori-Gyokuro aus Soo, Kagoshima – also aus echter Gyokuro-Ernte, nicht aus einfachem Sencha.

In der Tasse bedeutet das:

  • sehr milde Bitterkeit, fast keine Schärfe

  • cremige Textur, klare Süße

  • hellgrüne, ruhige Tasse mit viel Trinkfluss

Gyokuro Karigane ist damit ein idealer Einstieg in die Welt der umami-betonten japanischen Grüntees, wenn du das Profil eines Gyokuro suchst, aber etwas alltagstauglicher und sanfter.

Zubereitung als Ausgangspunkt:

  • 2 g auf 200 ml

  • 60–70 °C, 1–2 Minuten

  • 2–3 Aufgüsse

Kühleres Wasser (60–65 °C) bringt maximale Süße und Umami, wärmere Aufgüsse wirken etwas frischer.

Wenn du japanischen Grüntee mit viel Umami, aber wenig Bitterkeit suchst, ist Gyokuro Karigane eine sehr gute Wahl.

 

MATCHA UJICHA - JAPANISCHER GRÜNTEE ALS PULVER

Während Kabusecha und Gyokuro als Blatt aufgebrüht werden, trinkst du bei Matcha das fein vermahlene Blatt mit. Die Basis ist Tencha – beschatteter Grüntee, der nach dem Dämpfen nicht gerollt, sondern flach getrocknet und erst danach entstielt/entadert wird.

Aus diesem Tencha entsteht durch Steinvermahlung ein sehr feines Pulver.

Matcha Ujicha verbindet zwei Herkunftsregionen:

  • Uji (Kyoto) – klassische Region für Matcha und hochwertigen Schattentee

  • Okabe (Shizuoka) – bekannt für klare, frische Tees

In der Schale bekommst du:

  • sattes Umami,

  • cremige Textur,

  • ruhige, weiche Süße,

  • jadegrüne Tassenfarbe mit feinem Schaum.

Matcha ist damit japanischer Grüntee in seiner kompaktesten Form – mit deutlich spürbarem Koffein, aber durch den hohen Theaningehalt oft als sehr klare, ruhige Energie wahrgenommen.

Usucha-Zubereitung als Ausgangspunkt:

  • 1,5–2 g Matcha

  • 70–80 ml Wasser bei ca. 70 °C

  • kurz sieben, dann in W-Bewegung aufschlagen

Mehr Wasser macht ihn heller und leichter, weniger Wasser dichter und umamireicher. Wenn du Matcha als Teil deines Morgenrituals etablieren möchtest, ist Matcha Ujicha eine gute Basis: klar, dicht, ohne scharfe Kanten.

 

KABUSECHA, GYOKURO ODER MATCHA - WELCHER JAPANISCHE GRÜNTEE PASST ZU DIR?

Wenn du …

  • … neu in japanischem Grüntee bist

    und etwas suchst, das weich, klar und unkompliziert ist:

    → Starte mit Kabusecha Miyazaki. Er zeigt dir Umami, ohne zu fordern.

  • … Umami liebst, aber kein bitteres Profil möchtest

    und eher viele, ruhige Schalen trinkst als ein einzelnes, sehr intensives Glas:

    → Probier Gyokuro Karigane. Gyokuro-Tiefe, Karigane-Milde.

  • … ein konzentriertes Ritual und spürbare Wirkung suchst

    und Tee auch als Ersatz oder Ergänzung zu Kaffee siehst:

    → Greif zu Matcha Ujicha. Japanischer Grüntee in seiner dichtesten Form – ideal für fokussierte Phasen.

Alle drei sind loser japanischer Grüntee, handwerklich produziert, ohne Aromen – mit klarer Herkunft und ruhigem, japanischem Charakter in der Tasse.

FAQs

Was ist der Unterschied zwischen Sencha, Kabusecha und Gyokuro?

Sencha wächst ohne Beschattung und schmeckt frisch, klar und oft etwas herber. Kabusecha wird einige Tage vor der Ernte beschattet und wirkt dadurch weicher, süßer und umami-betonter. Gyokuro ist deutlich länger beschattet, zeigt sehr konzentriertes Umami, viel Tiefe und kaum Bitterkeit – eher ein Tee für bewusste, langsam getrunkene Schalen.

Welcher japanische Grüntee eignet sich am besten für Einsteiger:innen?
Enthält japanischer Grüntee mehr Koffein als anderer Tee?
Wie bereite ich Kabusecha und Gyokuro so zu, dass sie nicht bitter werden?

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